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Ergotherapie - Aktivierende Lagerungsmöglichkeiten

Aktivierende Lagerungsmöglichkeiten

 
  Die Betreuung von schädel-hirnverletzten Patienten stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Einen wesentlichen Bestandteil der Versorgung stellen regelmäßige Lagerungen dar, deren Notwendigkeit sich aus mehreren Aspekten ergibt. Nicole Nitschke, leitende Ergotherapeutin im Alpenpark Kiefersfelden erläutert diese im Einzelnen in Text und Bild:

Prophylaxe
Einschränkungen der Mobilität bergen eine Vielzahl an Risiken und Spätfolgen, die es zu vermeiden gilt. Regelmäßige und sinnvoll gestaltete Lagerungen können helfen, der Entstehung von Dekubiti, Kontrakturen und Pneumonien entgegen zu wirken. Lagerungen sollten regelmäßig mindestens vierstündlich, besser noch zweistündlich, durchgeführt werden. Sinnvoll ist dabei ein kontinuierlicher Wechsel von Beuge- und Streckpositionen sowie flacher bzw. aufrechter Positionierung.

Tagesstruktur
Insbesondere bei Patienten mit Störungen im Tag-Nacht-Rhythmus können Rituale in der Lagerungsgestaltung eine Orientierungshilfe sein. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten die Intervalle während des Tages kürzer sein. Aber auch " Kleinigkeiten", wie tagsüber Arme auf der Decke, nachts unter der Decke, sowie die Einstellung des Kopfteils und der Einsatz angemessener Umgebungsreize, können dem Patienten zu einer besseren zeitlichen Einschätzung zu verhelfen.

Aktivierung
Oberstes Ziel aktivierender Lagerungsformen ist die Steigerung der Vigilanz, Stimulation und Förderung von Eigenaktivität. Am besten geeignet sind daher aufrechte Positionen etwa im Rollstuhl oder Stehbett. Eigenaktivität ermöglichen heißt in diesem Zusammenhang aber auch, auf bewegungseinschränkende Hilfsmittel wie Gurte, Bänder etc. weitestgehend zu verzichten.
Sollte eine regelmäßige Mobilisation in den Rollstuhl nicht möglich sein, müssen ähnliche Vorraussetzungen im Bett geschaffen werden. Doch auch hier gilt die Devise in Bezug auf den Einsatz von Lagerungsmaterial, dass weniger manchmal mehr ist. Die notwendigen Elemente sollten stets so angebracht werden, dass es dem Betroffenen möglich bleibt, seine Lage durch eigene Bewegungen zu verändern.
Natürlich ist nicht allein die Positionierung ausreichend, um ein erhöhtes Aktivitätspotential beim Betroffenen zu erreichen. Eine gezielte Umgebungsgestaltung mit optischen und akustischen Reizen sowie Gegenständen im näheren Umfeld, die betastet, ergriffen und mit denen hantiert werden kann, ist ebenso notwendig. Bei der Auswahl der Angebote sollten die individuellen Vorlieben und Interessen sowie situative Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Text und Fotos: Nicole Nitschke, fachliche Leitung der Praxis für Ergotherapie im Alpenpark Zentrum für Pflege und Therapie GmbH, Kaiserblickstr. 1-5, 83088 Kiefersfelden



   Hilfsmittel zur Vertikalisierung müssen individuell entsprechend der Motorischen Ressourcen angepasst werden

Formverändernde und geräuschproduzierende
Materialen geben ein Schnelles Feedback und
fordern somit zur Aktivität auf
Seitlagerung direkt am Bettgitter schafft mehr Greif-/Spielraum

 



   
Beim Berühren des Würfels werden Uhrzeit und Datum angesagt

Bauchlagerungen eignen sich besonders
zum Trainieren der Kopfkontrolle
Handelsübliche Sitzsäcke können in verschiedener Form als Lagerungselement eingesetzt werden

 
 
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Siehe auch

Dieser Artikel erschien auch in der Wachkoma, Ausgabe 1/2011, die unseren Mitgliedern im Archiv als PDF-Datei zum Download zur Verfügung steht.
 
  
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