| Wir waren (und sind) die Sorgenkinder
unserer Angehörigen während dieser seltsamen Zeit. Jetzt
können wir uns wieder mitteilen und unsere Situation
beschreiben.
Wenn die Reha ausnahmsweise kurzfristig
erfolgreich war und das Lebensumfeld (Freunde, Bekannte, Schul- oder
Berufssituation) einigermaßen erhalten blieb, ist weitgehend
die gewohnte Normalität wiedergekehrt. Diese Leute schauen nicht
unbedingt gerne zurück. Sie sind verschwunden in der
Gesellschaft und wir können sie nicht mehr fragen.
Die meisten Betroffenen aber finden
sich in geänderten Lebenssituationen wieder. Die Welt hat sich
während ihrer „Auszeit“ weitergedreht. Wir finden uns
verlassen, verloren und stigmatisiert, denn die bekannten Menschen
sind inzwischen längst in anderem Umfeld eingebunden und anders
orientiert. Die bisher bekannte Welt (Schule, Arbeitsplatz manchmal
sogar Wohnung und Familie) ist nicht mehr zugänglich, die bisher
gewohnten Fähigkeiten und Vorlieben (Sport, Hobbys, Freude am
Austoben in der Disco) sind großenteils verloren. Ist das noch
ein böser Traum oder schon die neue Wirklichkeit? Zur
körperlichen Rehabilitation ist die Orientierung ein paralleler
langwieriger Prozess.
Die gewohnte Welt ist zerfallen, wir
befinden uns in einem Scherbenhaufen, manchmal sind Suizidgedanken
nicht fern. Wir müssen nicht weniger als einen kompletten
Neuanfang schaffen.
An einer solchen Situation scheitern
viele „Gesunde“. Als Betroffener, der zudem oft noch mit
verbleibenden Gedächtnisproblemen oder Antriebsschwäche
oder emotionaler Abflachung oder körperlichen Einschränkungen
behaftet ist, hat man trotzdem eine Chance,
wenn man einen starken Willen hat und
Hilfe findet. Dazu steht unser Selbsthilfeverband hier zur Verfügung.
Die Betroffenen sollen eine Plattform
finden, sich auszutauschen und zu stützen, den einen oder
anderen Rat zu holen.
|