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Leben danach - Aus der Sicht von Betroffenen

Es ist nichts mehr so wie früher - aber man hat wieder eine Chance.

 
 Wir waren (und sind) die Sorgenkinder unserer Angehörigen während dieser seltsamen Zeit. Jetzt können wir uns wieder mitteilen und unsere Situation beschreiben.

Wenn die Reha ausnahmsweise kurzfristig erfolgreich war und das Lebensumfeld (Freunde, Bekannte, Schul- oder Berufssituation) einigermaßen erhalten blieb, ist weitgehend die gewohnte Normalität wiedergekehrt. Diese Leute schauen nicht unbedingt gerne zurück. Sie sind verschwunden in der Gesellschaft und wir können sie nicht mehr fragen.

Die meisten Betroffenen aber finden sich in geänderten Lebenssituationen wieder. Die Welt hat sich während ihrer „Auszeit“ weitergedreht. Wir finden uns verlassen, verloren und stigmatisiert, denn die bekannten Menschen sind inzwischen längst in anderem Umfeld eingebunden und anders orientiert. Die bisher bekannte Welt (Schule, Arbeitsplatz manchmal sogar Wohnung und Familie) ist nicht mehr zugänglich, die bisher gewohnten Fähigkeiten und Vorlieben (Sport, Hobbys, Freude am Austoben in der Disco) sind großenteils verloren. Ist das noch ein böser Traum oder schon die neue Wirklichkeit? Zur körperlichen Rehabilitation ist die Orientierung ein paralleler langwieriger Prozess.

Die gewohnte Welt ist zerfallen, wir befinden uns in einem Scherbenhaufen, manchmal sind Suizidgedanken nicht fern. Wir müssen nicht weniger als einen kompletten Neuanfang schaffen.

An einer solchen Situation scheitern viele „Gesunde“. Als Betroffener, der zudem oft noch mit verbleibenden Gedächtnisproblemen oder Antriebsschwäche oder emotionaler Abflachung oder körperlichen Einschränkungen behaftet ist, hat man trotzdem eine Chance, wenn man einen starken Willen hat und Hilfe findet. Dazu steht unser Selbsthilfeverband hier zur Verfügung.

Die Betroffenen sollen eine Plattform finden, sich auszutauschen und zu stützen, den einen oder anderen Rat zu holen.

 

 
 

Im Detail

 
  Töten oder sterben lassen?
Ein BGH-Urteil und seine Folgen

von Michael Wunder (erschienen in "Dr. med. Mabuse Nr. 187, Sept./Okt. 2010)
Michael Wunder sieht das Urteil als logische Folge von Mängeln im Patientenverfügungsgesetz. Er warnt davor, was dieses Urteil für Wachkomapatienten und andere schwerstkranke Menschen bedeuten könnte.

Meine Geschichte als Rollstuhlfahrer
Aus seiner Zeit im Wachkoma und den weiten Weg zurück ins Leben hat Thomas Gröger ein Buch geschrieben, dessen Inhalt weder geändert noch korrigiert wurde. Auf Wunsch von Thomas und seiner Familie stellen wir sein Buch im Originalwortlaut zum Lesen zur Verfügung.

Angehörige von Wachkoma-Patienten - Zwischen Hoffen und Bangen
Nach einer schweren Schädel-Hirn-Verletzung ist oft nicht absehbar, ob der Patient wieder aufwachen, versterben oder im Wachkoma bleiben wird. Wie erleben Angehörige von Menschen diese ungewisse, belastende Situation?

Anna-Leena
Anna-Leena - Autounfall als 17-jährige Schülerin im Jahr 1995
 
 
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