|
Als direkt Betroffene (SHT III, mehrmonatiges Wachkoma) war ich in den letzten Jahren in diversen
Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen und danach in der Berufsausbildung in einem Berufsbildungswerk. Jetzt lebe
ich zusammen mit meiner alleinstehenden Mutter in einer Wohnung in Nürnberg.
Ich habe jetzt nach erfolgreichem Berufsabschluss und einiger Zeit der Arbeitslosigkeit einen speziell
für mich geschaffenen und an meine spezifischen Anforderungen angepassten Arbeitsplatz in einer
Privatfirma. Allein und ohne tatkräftige Unterstützung von außen (Eltern, Bekannte, Personalvermittler im Auftrag der
Versicherung) wäre das nicht möglich gewesen. Ich bin trotz meines „Weiterkommen-Wollen“ in starken Abhängigkeiten
geblieben. Abhängigkeit von allen möglichen Leuten, ohne die es mir nicht möglich gewesen wäre, das in jüngster
Vergangenheit erreichte auch nur annäherungsweise zu realisieren.
Momentan habe ich eine Halbtagsstelle in einer Bürofirma, die mich in gewisser Weise fordert und die
„meine Zeit vergehen, aber nicht unnütz verstreichen lässt“.
Mein Lebensgefühl ist momentan:
Ich bin in der glücklichen Lage, einen Arbeitsplatz mit gutem Betriebsklima zu haben und einen
gewissen, wenn auch geringen, Betrag an Geld selbst zu verdienen. Dabei fühle ich mich relativ unabhängig
und muß doch nicht völlig allein klarkommen. Das liegt entscheidend daran, dass meine Mutter zwar viel für
mich sorgt, mich aber nicht gängelt und meinen Willen respektiert. Für andere Leute in meinem Alter, wäre es
bestimmt nichts, noch mit der Mutter unter einem Dach zu leben, doch es hat in der Tat auch angenehme Seiten.
Dennoch darf man Träume haben, die sich momentan aber aus rein lebenspraktischen Gründen und aus den Umständen
heraus noch nicht realisieren lassen.
Wie schon eingangs erwähnt ist mir der Arbeitsplatz sehr wichtig und dass ich eigenes Geld verdiene.
Jetzt im Januar 2006 bin ich allerdings gerade mit einem Gipsfuß krankgeschrieben und wieder mal „hilflos“ zu Hause.
Sonst habe ich nicht viele Punkte, die momentan der Kritik bedürfen.
|