... unterstützen
Akutfall - was tun?
Rehabilitation
... unterstützen
... informieren
Das Apallische Durchgangssyndrom
Frührehabilitation
Medizinische Versorgung
Hilfsmittel & Verordnungen
Therapie
Pflege
Rechtliches
Publikationen
Lexikon der Fachbegriffe
... organisieren
Unsere Ziele
Kontakt
... organisieren
Start -> ... informieren -> Pflege -> Pflege von Menschen im Wachkoma und mit erworbenen schweren Hirnschädigungen
 Seite drucken
 

Pflege von Menschen im Wachkoma und mit erworbenen schweren Hirnschädigungen

 
 
Inhaltverzeichnis
Einleitung | Was heißt Langzeitversorung | Der "bewusstlose" Patient und die Auswirkungen auf die Pflege | Emotionale Belastung | Einbeziehung des sozialen Umfelds | Prophylaxen
 
 
 

Was heißt Langzeitversorung

 
 

Im Unterschied zu der Akutphase und der Rehabilitation ist das Ziel der Lang­zeit­versorgung nicht unmittelbar eingängig und eindeutig definiert. In der Akutphase geht es um die Stabilisierung der Vitalfunktionen, um das Überleben. In der Reha­bilitation soll durch intensive Behandlung über einen - allerdings begrenzten - Zeit­raum versucht werden, einen Zu­stand zu erreichen, in dem Betroffene so weit wie möglich wieder eine selbst­ständige Lebensführung bewältigen können, wenn auch mit Einschränk­un­gen und Behin­derungen. Langzeit­versor­gung bedeutet eine Be­treuung und Pflege, die langfristig den Betrof­fenen eine för­dernde sog. aktivie­ren­de Pflege zusichert. Ziel ist die indivi­duelle Förderung zur Be­wälti­gung der Aktivi­täten des täglichen Lebens. Und das kann eben je nach dem in den Vor­phasen Erreichtem sehr unterschiedlich aus­sehen.

Übergreifendes Merkmal dieser Phase ist die (Re-)Integration, die soziale Wieder­aufnahme in die Gesellschaft, in die Familie, den Freundeskreis, die Gemeinde. Das heißt vor allem: Vermeidung von Isolation und Ver­einsamung der Betrof­fenen und ihrer Angehörigen!

Ganz praktisch heißt das, durch konkrete Förder- und Trainingsmaß­nah­men die Fähigkeiten der Betroffenen in ver­schiedenen Bereichen zu ver­bessern, zum Beispiel

  • Förderung der Kommunikation
  • Förderung der aktiven Beweglichkeit und Mobilität
  • Förderung der Koordination
  • Regulierung des Muskeltonus
  • Wahrnehmungsförderung
  • Trainieren von Aufmerksamkeit, Erinnerungsvermögen und Kon­zen­tration
  • Kau- und Schlucktraining
  • Sprach und Sprechtraining
  • Förderung des Sprach- und Hörverständnisses

und viele andere Elemente des täglichen Lebens.

Die Vielfalt der Förder- und Trainingsmöglichkeiten zeigt schon an, dass dazu ein interdisziplinäres gleichberechtigtes therapeutisches Team nötig ist, bestehend aus

  • Professionell Pflegenden (Pflegetherapeuten) (z.B. Basale Stimu­lation, Bo­bath Konzept, therapeutische Waschungen, therapeu­tische Lagerungen, usw.)
  • Angehörigen
  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeuten
  • Logopäden
  • Ärzten

Nur in der Zusammenarbeit dieser Berufsgruppen ist für die Betroffenen die best­mögliche Förderung zu erreichen, und nur, wenn die Förderung und Hilfe in einer dem Patienten zugewandten und warmherzigen Atmo­sphäre statt­fin­det. Die Pflege wird zeitlich den größten Umfang einneh­men und eignet sich insofern zur Koor­di­nation des Teams.

Dr. Andreas Zieger beschreibt das so: „Wie kann Ich dem Anderen ein möglichst liebevolles, gutes und mitmenschliches Du sein.“1

Einige therapeutische Konzepte werden sowohl bei der (akut-)medizi­ni­schen Behandlung, bei der Frührehabili­ta­tion, als auch bei der Langzeitbetreuung ein­ge­setzt, zum Beispiel:

  • Anregung oder Beruhigung durch Stimulation der Sinnesorgane, wie Ge­ruch, Gehör, Gefühl durch Berührung und Hautkontakt, Geschmack
  • Basale Stimulation als pflegetherapeutisches Konzept
  • Bobath Konzept für Lagerungen und Transfers

Eine solchermaßen beschriebene Langzeitversorgung klingt für diejeni­gen, die sich fachlich mit der Thematik beschäftigen, normal. Die täg­liche Praxis in den Ein­rich­tungen der Langzeitversorgung sieht viel­fach anders aus. Daher ist für alle Pflege- und Betreuungspersonen wichtig, für jeden Betroffenen das Ziel der Pflege nicht aus den Augen zu ver­lieren, und die Pflegeplanung daraufhin indi­vi­duell auszu­richten.


1 Andreas Zieger (2004): Angehöri­genbroschüre. Oldenburg, Selbstverlag, 9. Aufl., S.15

Vorherige Seite | Nächste Seite
 
Nach oben zum SeitenanfangSeite drucken
 
  

Siehe auch

  
  

Regine Straß
Regine Straß

Die Autorin Regine Straß war u.a. langjährig tätig als Stationsleitung der Intensivstation der neurochirur-gischen Universitätsklinik Erlangen

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung
in der Pflege, eine Initiative zur Entwicklung konkreter Standards für verschiedene Bereiche der Pflege

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe
widmet sich nicht nur der beruflichen Interessensvertretung, sondern setzt sich auch für die Schaffung der Voraussetzungen für eine menschliche und qualitativ gute Pflege ein.

PDF Version dieses Beitrags zum Download und vereinfachten Ausdrucken. (nur für Mitglieder)
  
Start | Sitemap | Kontakt | Webmaster | Nutzungshinweise | Haftungsausschluss | Impressum | Nach oben