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Im Unterschied zu der Akutphase und der Rehabilitation ist das
Ziel der Langzeitversorgung nicht unmittelbar eingängig
und eindeutig definiert. In der Akutphase geht es um die
Stabilisierung der Vitalfunktionen, um das Überleben. In der
Rehabilitation soll durch intensive Behandlung über einen -
allerdings begrenzten - Zeitraum versucht werden, einen Zustand
zu erreichen, in dem Betroffene so weit wie möglich wieder eine
selbstständige Lebensführung bewältigen können,
wenn auch mit Einschränkungen und Behinderungen.
Langzeitversorgung bedeutet eine Betreuung und
Pflege, die langfristig den Betroffenen eine fördernde
sog. aktivierende Pflege zusichert. Ziel ist die
individuelle Förderung zur Bewältigung
der Aktivitäten des täglichen Lebens. Und das kann
eben je nach dem in den Vorphasen Erreichtem sehr
unterschiedlich aussehen.
Übergreifendes Merkmal dieser Phase ist die (Re-)Integration,
die soziale Wiederaufnahme in die Gesellschaft, in die Familie,
den Freundeskreis, die Gemeinde. Das heißt vor allem:
Vermeidung von Isolation und Vereinsamung der
Betroffenen und ihrer Angehörigen!
Ganz praktisch heißt das, durch konkrete Förder- und
Trainingsmaßnahmen die Fähigkeiten der
Betroffenen in verschiedenen Bereichen zu verbessern, zum
Beispiel
- Förderung der Kommunikation
-
Förderung der aktiven Beweglichkeit und Mobilität
-
Förderung der Koordination
-
Regulierung des Muskeltonus
-
Wahrnehmungsförderung
-
Trainieren von Aufmerksamkeit, Erinnerungsvermögen und
Konzentration
-
Kau- und Schlucktraining
-
Sprach und Sprechtraining
-
Förderung des Sprach- und Hörverständnisses
und viele andere Elemente des täglichen Lebens.
Die Vielfalt der Förder- und Trainingsmöglichkeiten
zeigt schon an, dass dazu ein interdisziplinäres
gleichberechtigtes therapeutisches Team nötig ist,
bestehend aus
- Professionell Pflegenden (Pflegetherapeuten) (z.B. Basale
Stimulation, Bobath Konzept, therapeutische Waschungen,
therapeutische Lagerungen, usw.)
-
Angehörigen
-
Physiotherapeuten
-
Ergotherapeuten
-
Logopäden
Ärzten
Nur in der Zusammenarbeit dieser Berufsgruppen ist für die
Betroffenen die bestmögliche Förderung zu erreichen,
und nur, wenn die Förderung und Hilfe in einer dem Patienten
zugewandten und warmherzigen Atmosphäre stattfindet.
Die Pflege wird zeitlich den größten Umfang einnehmen
und eignet sich insofern zur Koordination des Teams.
Dr. Andreas Zieger beschreibt das so: „Wie kann Ich dem Anderen
ein möglichst liebevolles, gutes und mitmenschliches Du sein.“
Einige therapeutische Konzepte werden sowohl bei der
(akut-)medizinischen Behandlung, bei der
Frührehabilitation, als auch bei der
Langzeitbetreuung eingesetzt, zum Beispiel:
- Anregung oder Beruhigung durch Stimulation der Sinnesorgane, wie
Geruch, Gehör, Gefühl durch Berührung und
Hautkontakt, Geschmack
-
Basale Stimulation als pflegetherapeutisches Konzept
-
Bobath Konzept für Lagerungen und Transfers
Eine solchermaßen beschriebene Langzeitversorgung klingt für
diejenigen, die sich fachlich mit der Thematik beschäftigen,
normal. Die tägliche Praxis in den Einrichtungen
der Langzeitversorgung sieht vielfach anders aus. Daher ist für
alle Pflege- und Betreuungspersonen wichtig, für jeden
Betroffenen das Ziel der Pflege nicht aus den Augen zu verlieren,
und die Pflegeplanung daraufhin individuell auszurichten.
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