Pflege von Menschen im Wachkoma und mit erworbenen schweren Hirnschädigungen

 
 
Inhaltverzeichnis
Einleitung | Was heißt Langzeitversorung | Der "bewusstlose" Patient und die Auswirkungen auf die Pflege | Emotionale Belastung | Einbeziehung des sozialen Umfelds | Prophylaxen
 
 
 

Einbeziehung des sozialen Umfelds

 
 

Die moderne, ganzheitliche Pflegeauffassung schließt die Betreuung und Beglei­tung von Angehörigen mit in das Aufgabengebiet der profes­sionel­len Pflege ein.

Besonders in der akuten Situation (Schock – Ausnahmesituation) brauchen Angehörige unsere Unterstützung. Eine Form der Unterstützung ist beispielsweise Zu­hören, verständnisvoll und aufmerksam zuhören, was sie über den Patienten erzählen. Dadurch werden Angehörige entlastet, und gleichzeitig bekommen wir Pflegekräfte dabei oft sehr wichtige Informationen über un­se­ren Patienten. Andere, ganz wichtige Formen der Unterstützung von Angehörigen sind das Wiederholen und Bestätigen einer vorangegangenen ärztlichen Aufklärung, evt. in einfacheren Worten, oder die Begleitung beim ersten Besuch, die Vorbereitung auf ein verändertes Aus­sehen des Patienten. Oder sie einfach spüren lassen, dass wir Ihren Kummer, ihre Angst verstehen.

Auch in späteren Phasen ist die Unterstützung, Betreuung und Be­gleitung von Angehörigen wichtiger Bestandteil der Arbeit. Es gibt da­für kein festes Konzept, man muss sich an der indivi­duel­len Situation orientieren.

Die tägliche Auskunft „der Zustand ist unverändert“, über die wir viel­leicht froh sind, weil keine der vielen möglichen Komplika­tio­nen auf­getreten ist, ist für An­ge­hörige oft schwer zu ertragen. Sie füh­len sich hilflos, fast ausgeschlossen vom Ge­schehen, weil sie nichts für ihren Mann, für ihre Frau, für ihr Kind tun können – nur warten. Hilf­reich ist es für viele Angehörige, für kleinere pfle­ge­rische Ver­rich­tungen ange­leitet zu werden und so langwierige Krankheitsverläufe besser ver­stehen und verkraften zu können, vor allem aber selbst aktiv werden zu können.

Angehörige sind wichtig als Mediatoren für den Zugang zum Betrof­fenen, als Über­setzer der Bedeutung seiner non-verbalen Kommunika­tion. Sie werden so zum aktiven Mitge­stal­ter der Pflege.

Eine souveräne Integration der Angehörigen in den Pflegeprozess durch die pro­fessionell Pflegenden bewirkt eine bessere Förderung und akti­vierende Betreuung für die betroffenen Menschen. Durch die Einbindung der Angehörigen in die Pflege ermöglichen wir den intensiven sozialen Kontakt zur Familie.

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Siehe auch

  
  

Regine Straß
Regine Straß

Die Autorin Regine Straß war u.a. langjährig tätig als Stationsleitung der Intensivstation der neurochirur-gischen Universitätsklinik Erlangen

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung
in der Pflege, eine Initiative zur Entwicklung konkreter Standards für verschiedene Bereiche der Pflege

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe
widmet sich nicht nur der beruflichen Interessensvertretung, sondern setzt sich auch für die Schaffung der Voraussetzungen für eine menschliche und qualitativ gute Pflege ein.

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