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Sicherung der Ernährung durch eine Magensonde

Menschen im Wachkoma kön­nen häufig nicht sicher schlucken. Um eine geregelte enterale Nahrungszufuhr (enteral = über den Verdauungstrakt) zu gewährleisten, ist das Legen einer Ernährungssonde daher oft unumgänglich. Angehörige von Menschen, die neu betroffen sind, sehen sich unverhofft in der Situation, einer entsprechenden Operation zustimmen zu sollen. Wer bereits länger betroffen ist, sieht sich immer wieder in der Situation, dass der Umgang oder auftretende Komplikationen Entscheidungen erfordern. Der Beitrag soll das notwendige Grundwissen zur Verfügung stellen.

 
 
Inhaltverzeichnis
Die PEG Sonde | Welche PEG-Modelle gibt es? | Alternative Sondentypen | Pflege und Umgang | Fehler bei der Ernährung | Entscheidungsfindung | Komplikationen | Schlußbetrachtungen
 
 
 

Die PEG Sonde

 
  Menschen im Wachkoma können häufig nicht sicher schlucken. Um eine geregelte enterale Nahrungszufuhr (enteral = über den Verdauungstrakt) zu gewährleisten, ist das Legen einer Ernährungssonde daher oft unumgänglich. Hierbei handelt es sich um einen dünnen Schlauch, der entweder transnasal (über die Nase) oder perkutan (durch die Haut der Bauchdecke) in den Magen (alternativ in den Dünndarm) gelegt wird. Über Nahrungsspritzen oder –pumpen gelangt die Flüssignahrung direkt in den Magen und trägt so zu einer physiologischen (normalen) Ernährung bei.1 Diese ist wichtig, um die Schleimhautfunktionen von Magen und Darm zu erhalten. So kann z.B. eine physiologische Proteinresorption (Eiweißaufnahme) in der Dekubitusprophylaxe oder –therapie unterstützend wirken2.

Wird die Sonde voraussichtlich weniger als 4 Wochen verweilen müssen, wird sie über die Nase und Speiseröhre in den Magen eingeführt (naso-gastrale Sonde). Dies geschieht unaufwendig und ohne Narkose durch den Arzt/Ärztin oder geschultes Pflegepersonal und kann beliebig wiederholt werden. Für die Betroffenen ist es subjektiv allerdings sehr unangenehm. Auch die liegende Magensonde selbst beschert ein Fremdkörpergefühl. Bei längerer Verweildauer können Komplikationen, wie Druckgeschwüre in der Nase u. a., auftreten. Die Magensonde ist kosmetisch unattraktiv und bietet keinen Tragekomfort, da sie nach außen sichtbar und oft hinderlich ist.

Seit der Entwicklung einer einfachen und komplikationsarmen Methode (PEG) Anfang der 80er Jahre sind diese Beeinträchtigungen ausgeräumt. Bei diesem Verfahren wird die Sonde direkt durch die Bauchdecke (perkutan = durch die Haut), unter Sicht per Magenspiegelung (= endoskopisch) geführt, mittels eines kleinen Schnitts im Magen (Gastrostomie = Öffnung im Magen) platziert. Diese kurze, perkutane Sonde wird mittels einer internen und externen Halteplatte fixiert. Sie erhält so einen garantiert festen Sitz.

Äußere und innere Halteplatte (weiß)
Äußere und innere Halteplatte (weiß)

Jährlich werden in Deutschland mehr als 180.000 PEG-Sonden neu gelegt. Das Anlageverfahren ist technisch einfach und sicher, und erfolgt in Kurznarkose. Die Akzeptanz bei den Betroffenen ist hoch. Die PEG-Sonde stellt für die mittel- und langfristige enterale Ernährung die Methode der Wahl dar3.


1 Löser, Prof. Dr. med. Christian. (2003): Perkutane Endoskopische Gastrostomie In: Hessisches Ärzteblatt 4/2003; 174-179.

2 ESPEN-Leitlinien Enterale Ernährung: Geriatrie. Clin Nutr 2006;25(2): 330-360. Volkert, D.; Berner, Y.N. et al.; DGEM: Lenzen-Grossimlinghausen, R. et al.

3 Siehe 1

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Siehe auch

  
  

Dr. med Kristen Schubert
Dr. med Kristen Schubert

Dr. med. Kirsten Schubert
Wissenschaftlerin am Zentrum für Sozialpolitik der Uni­versität Bremen hat die Informa­tio­nen für uns zusammengestellt.

  
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