|
Menschen im Wachkoma können häufig nicht sicher schlucken. Um eine geregelte enterale Nahrungszufuhr (enteral = über den Verdauungstrakt) zu gewährleisten,
ist das Legen einer Ernährungssonde daher oft unumgänglich. Hierbei handelt es sich um einen dünnen Schlauch, der entweder transnasal (über die Nase) oder
perkutan (durch die Haut der Bauchdecke) in den Magen (alternativ in den Dünndarm) gelegt wird. Über Nahrungsspritzen oder –pumpen gelangt die Flüssignahrung
direkt in den Magen und trägt so zu einer physiologischen (normalen) Ernährung bei.
Diese ist wichtig, um die Schleimhautfunktionen von Magen und Darm zu erhalten. So kann z.B. eine physiologische Proteinresorption (Eiweißaufnahme) in der Dekubitusprophylaxe
oder –therapie unterstützend wirken.
Wird die Sonde voraussichtlich weniger als 4 Wochen verweilen müssen, wird sie über die Nase und Speiseröhre in den Magen eingeführt (naso-gastrale Sonde).
Dies geschieht unaufwendig und ohne Narkose durch den Arzt/Ärztin oder geschultes Pflegepersonal und kann beliebig wiederholt werden. Für die Betroffenen ist es subjektiv
allerdings sehr unangenehm. Auch die liegende Magensonde selbst beschert ein Fremdkörpergefühl. Bei längerer Verweildauer können Komplikationen, wie
Druckgeschwüre in der Nase u. a., auftreten. Die Magensonde ist kosmetisch unattraktiv und bietet keinen Tragekomfort, da sie nach außen sichtbar und oft hinderlich ist.
Seit der Entwicklung einer einfachen und komplikationsarmen Methode (PEG) Anfang der 80er Jahre sind diese Beeinträchtigungen ausgeräumt. Bei diesem Verfahren wird die
Sonde direkt durch die Bauchdecke (perkutan = durch die Haut), unter Sicht per Magenspiegelung (= endoskopisch) geführt, mittels eines kleinen
Schnitts im Magen (Gastrostomie = Öffnung im Magen) platziert. Diese kurze, perkutane Sonde wird mittels einer internen und externen Halteplatte fixiert. Sie
erhält so einen garantiert festen Sitz.
 Äußere und innere Halteplatte (weiß)
Jährlich werden in Deutschland mehr als 180.000 PEG-Sonden neu gelegt. Das Anlageverfahren ist technisch einfach und sicher, und erfolgt in Kurznarkose. Die Akzeptanz bei den
Betroffenen ist hoch. Die PEG-Sonde stellt für die mittel- und langfristige enterale Ernährung die Methode der Wahl dar.
|