Das Apallische Durchgangssyndrom

Medizinisch betrachtet ist Wachkoma die Folge eines Funktionsausfalls der Großhirnrinde nach einer schweren Hirnschädigung, wobei das Stammhirn weitgehend intakt und die Vitalfunktionen erhalten bleiben.

Andreas Zieger, Oberarzt in Oldenburg, hat es in seinem Memorandum "Der Wachkoma-Patient als Mitbürger" treffend beschrieben:

"Wachkoma ist eine extreme Lebensform von Menschen nach einer schweren Hirnschädigung, die einer intensiven akutmedizinischen Behandlung und Pflege, einschließlich Frührehabilitation, mit anschließender qualifizierter Langzeitversorgung zu Hause oder in einer Einrichtung zur Schwerstpflege (Phase F) bedürfen. Die Sicherung des Lebens und die Verbesserung der Lebensqualität dieser Menschen ist keine Aufgabe, die von der Medizin allein gelöst werden kann, sondern bedarf der sozialen Aufmerksamkeit, Achtung und tatkräftigen Hilfe der ganzen Gesellschaft."

Die Medizin nennt es "apallisches Syndrom" oder "Coma Vigile". Es handelt sich um einen Funktionsausfall der Großhirnrinde, wobei das Stammhirn intakt bleibt. Folge ist eine Bewusstseinsstörung, die im Einzelfall sehr unterschiedliche Formen annehmen und in unterschiedlicher Intensität auftreten kann. Der Betroffene kann nicht mehr aktiv handeln und nicht mehr adäquat auf Reize reagieren, die sonstigen Vitalfunktionen bleiben aber erhalten. Eine Rückbildung des apallischen Syndroms durch intensive rehabilitative Maßnahmen ist möglich (Remission) und immer wieder zu beobachten. Häufig aber ist die Schädigung irreversibel und der Betroffene braucht dauerhaft Hilfe.

In diesem Abschnitt finden Sie Informationen über verschiedene medizinische Aspekte.

Im Detail

  • Wachkoma - Was ist das?
    "Wachkoma" ist ein komplexes Krankheitsbild, das uneinheitlich definiert ist. Eine sachgerechte Beschreibung und Analyse kann nicht nur biologisch-medizinisch erfolgten, sondern muss auch die subjektiven Faktoren und die besondere Form des "Erlebens" berücksichtigen.
  • Das Apallische Syndrom
    Univ.-Prof.Dr.Dr.h.c. Franz Gerstenbrand, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie i.R., ist weltweit als Kapazität für die Krankheit „Apallisches Syndrom“ anerkannt. Er hat sich in besonderer Weise dieser Patientengruppe angenommen. Seine Arbeiten bereiteten ganz wesentlich die Grundlagen für die heutigen Therapien. Der Beitrag stammt aus dem Jahre 1999, enthält aber viele Konzepte und Ideen, die heute noch aktuell sind.
  • Was bewirkt Stimulation im Wachkoma?
    Neurologische Rehabilitation lohnt immer
  • Das Phasenmodell
    Rehabilitationsphasen für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte und Patienten im Wachkoma